Franz August Becker

Benennung einer Straße nach dem ehemaligen Gonsenheimer Bürgermeister

Der Ortsbeirat bittet die Verwaltung, bei der Namensgebung für neue Straßen und Plätze in Gonsenheim im Neubaugebiet „Altes MIT-Gelände“, eine Straße nach Bürgermeister Franz August Becker zu benennen.

Begründung:

Franz August Becker erwarb sich große Verdienste um seine Heimatgemeinde Gonsenheim, die ihn an seinem plötzlichen Todestag am 08.10.1912 zu ihrem Ehrenbürger ernannte.
Er war von 1885 – 1912 als kurfürstlicher Bürgermeister tätig. Während seiner 27-jährigen Amtszeit füllte er unter anderem auch die Funktionen des Standesbeamten und des Ortsgerichtsvorstehers aus. Es war außerdem Mitglied des Kreistages und des Kirchenvorstandes und Mitbegründer der „Schnorreswackler“ und des Gonsenheimer Roten Kreuzes.
Unter Franz August Beckers Amtszeit wurde die Bildung der Freiwilligen Feuerwehr Gonsenheim beschlossen (03. Oktober 1888), die erste Dampfbahn fuhr von Mainz über Gonsenheim bis zur Endstation nach Finthen (17. August 1892), eine große Artilleriekaserne für das königlich-preußische Feldartillerieregiment wurde gebaut und bezogen (25. Juni 1895), die Gonsenheimer Schule erhielt – zur Entlastung der bis dahin im Rathaus untergebrachten Schüler – einen Schulhausneubau (Herbst 1895), der Friedhof erhielt eine großzügiges Erweiterungsfläche (13. Dezember 1899) und ein neues Leichenhaus (14. November 1900). Und auch die erste Gonsenheimer „Gemeinde Apotheke“ (1. April 1900) wurde durch ihn angeregt und durchgesetzt.
Als wahre Meilensteine seines Wirkens mag aber seine verdienstvolle Arbeit um die Wasserversorgung von Gonsenheim gelten, hier war er maßgeblich an den Abschlüssen sogenannter Concessions-Verträge mit der Süddeutschen Wasserwerk AG beteiligt (1899), die der Gemeinde eine Wassermenge von 50 Litern pro Kopf und Tag garantierten, und an der Planung und am Bau eines Wasserhochbehälters als Reservoirs an der Kreuzung „Schloss Waldhausen“ (1909). Ebenso bedeutsam für die Gemeinde waren der Bau des ersten Gonsenheimer Gaswerkes (27. Januar 1904), die Erweiterung der Stephanskirche (1906), die er als Kirchenvorstandsmitglied anregte und die Anbindung an die elektrische Straßenbahn, die mit der ersten Fahrt durch Gonsenheim am 15. Juli 1907 vollzogen wurde.

Mathias Huber, Fraktionsvorsitzender

Dieser Beitrag wurde unter Anträge und Anfragen abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.