Billiges Wohnen zweifelhaft

Die Gonsenheimer CDU sieht weiterhin keinen Sinn darin, auf dem Kisselberg ein Studentenwohnheim zu errichten. Der Gonsenheimer CDU-Vorsitzende Klaus Hofmann schlägt vielmehr vor, die Möglichkeit eines Standortes am Gleisberg ins Auge zu fassen.

Hofmann zweifelt daran, dass einer der wichtigsten Vorteile, der den abgelegenen Standort rechtfertigen soll, nämlich die verspro-che-ne niedrige Miete realisierbar ist. Im Gegenteil: Die Bodenrichtwert-karte weise für den Kisselberg mit 330 EUR/qm einen elfmal höheren Grundstückspreis aus als den am eben neu errichteten Wohnheim „K3“ neben der Fachhochschule. Und die Buden im K3-Wohnheim seien die teuersten des Studentenwerkes. „Auf dem Kisselberg bekommen wir also bestenfalls ein Wohnheim, das wie das ‚K3‘ einsam auf der Grünen Wiese liegt, dessen Mieten jedoch noch deutlich höher sein werden“, so Hofmann. Er sehe mit Sorge die schlechte Wohnungssituation für Mainzer Studenten. Dennoch hätten Studenten nicht nur den Anspruch auf ein Dach über dem Kopf, sondern auch auf menschenwürdige Wohngebiete. Es sei Aufgabe der Baudezernentin, die nötigen Planungen dafür zu unternehmen. Dies vermisse er.

Grosse habe sich offenbar völlig in das Projekt am Kisselberg verrannt, vermutet CDU-Ortsbeirats-mitglied Nikolaus Poppitz. „Seit eineinhalb Jahren versucht die Baudezernentin schon, auf dem Kisselberg Baurecht zu schaffen statt sich darum zu kümmern, dass an voll erschlossenen Standorten Wohnheime errichtet werden.“ In der Zeit, die hier verloren gehe, um ein untaugliches Gelände künstlich aufzuhübschen, hätte an anderen Stellen längst ein Wohnheim bezugsfertig sein können.

Das Sondergebiet am Kisselberg sei „für tertiäres Gewerbe“, also für Büronutzung, geplant und daher gar nicht hinreichend erschlossen, um dort Wohnungen zu errichten, meint Poppitz, der bereits seit einem Jahr für einen besseren Wohnheim-standort streitet. Um dort Wohnungen errichten zu können, müsste unter anderem die Verkehrsinfrastruktur angepasst werden. Poppitz nennt zum Beispiel die nötige Brücke über die Saarstraße, die Straßenanbindung des Gebietes an die Koblenzer Straße, zusätzliche Errichtung und Beleuchtung von Fußwegen, und die Erhöhung der Anzahl von öffentlichen Besucherparkplätzen. All dies sei erforderlich, damit ein Wohnheim überhaupt möglich wird. Auch sei es erforderlich, für die verloren gehende Fläche, die bislang für universitätsnahes Gewerbe vorgesehen war, alternative Flächen auszuweisen und zu erschließen.

„Die Gonsenheimer CDU hat bereits vor fast einem halben Jahr vorgeschlagen, die Planung des Gleisbergzentrums zu überprüfen und zumindest in Teilen dort Studentenwohnungen zu errichten. Dort liegt der Bodenpreis in der gleichen Größenordnung wie auf dem Kisselberg. Ein dort errichtetes Wohnheim aber wäre ortsnah, hätte eine gute Verkehrsanbindung und erforderte keine weiteren Erschließungsmaßnahmen“, erklärt Hofmann. Auch müsse für die Errichtung einer Wohnanlage dort nicht eigens Baurecht geschaffen werden, denn dort bestehe ein gültiger Bebauungsplan.

Nikolaus Poppitz

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