Studentenwohnheim fehlt

CDU fordert Ersatz für „Studentenburg“

Als „planloses Gewurstel“ hat der Gonsenheimer CDU-Politiker Nikolaus Poppitz das Vorgehen der Baudezernentin bei der Schaffung von studentischem Wohnraum bezeichnet. Seit einem Jahr sei bekannt, dass das Wohnheim in der Gonsenheimer Canisiusstraße, das unter dem Namen „Studentenburg“ wegen der dort herrschenden Zustände traurige Bekanntheit erlangt hat, keine Zukunft mehr hat. Fast ebenso lange liegt der Beschluss des Gonsenheimer Ortsbeirates vor, mit dem die Verwaltung aufgefordert worden war, einen Teil des geplanten Gleisbergzentrums für studentisches Wohnen zu nutzen.

Durch die Einführung des 12-jährigen Abiturs in einigen Bundesländern und den Wegfall der Wehrpflicht werden in den Jahren 2012 und 2013 überdurchschnittliche viele neue Studenten an den Mainzer Hochschulen erwartet. Bei der Einführungsveranstaltung der Universität hatte sich gezeigt, dass dadurch zu Beginn des Semesters immer noch eine große Zahl von Studenten keinerlei Unterkunft in Mainz finden konnten und teilweise mehrere Hundert Kilometer täglich pendeln müssen.

„Aber vor Beginn des neuen Semesters wurde die ‚Studentenburg‘ in der Canisiusstraße endgültig aufgelöst, doch von Ersatz für diese Wohnheimplätze kann in Gonsenheim keine Rede sein“, bemängelt der Gonsenheimer CDU-Vorsitzende Klaus Hofmann. Die Studenten, die das geräumte Wohnheim verlassen mussten, sind auf den teuren und völlig leergefegten freien Wohnungsmarkt angewiesen, wenn sie in Gonsenheim bleiben wollen.

Hofmann ärgert sich vor allem darüber, dass die Verwaltung die Anregung des Ortsbeirates, das in unmittelbarer Nähe projektierte Gleisbergzentrum auch für studentisches Wohnen zu nutzen, offenbar überhaupt nicht weiterverfolgt, obwohl dort bereits Baurecht besteht.

„Die Verwaltung hat auf die Stadtratsanfrage der CDU zum Stand des Gleisbergzentrums jedenfalls diese Möglichkeit mit keinem Wort erwähnt“, erläutert Poppitz. Stattdessen versuche die Baudezernentin bislang vergeblich Baurecht für ein Wohnheim im Gewerbegebiet Kisselberg zu schaffen. Der Bebauungsplan für dieses Wohnheim im Gewerbegebiet geht inzwischen schon in die zweite Runde. Das wundert Poppitz nicht. „Es ist eben recht schwierig, ein ungeeignetes Gelände in ein Wohngebiet umzuwidmen“ sagt er. Wenn die Baudezernentin allerdings in diesem Tempo weitermache, sei die Bedarfsspitze vorbei, bis neue Wohnheimplätze zur Verfügung stehen.

Nikolaus Poppitz

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