Abzocke an der Koblenzer Straße

Ampelschaltung erfordert Tempo 60, aber ab 50 wird geblitzt

Die Gonsenheimer CDU kritisiert die Einrichtung einer Geschwindigkeitsmessstelle in der Koblenzer Straße unter der Bahnunterführung. An dieser Stelle werde versucht, Tempo 50 durchzusetzen, obwohl die Schaltung der Ampelanlagen noch immer nicht daran angepasst wurde, dass die Höchstgeschwindigkeit vor einiger Zeit um 10 km/h herunter gesetzt wurde.

„Es scheint, als habe die Verwaltung eine passable Stelle gefunden, um durch Bußgelder den Haushalt der Stadt aufzubessern“, empört sich der Gonsenheimer CDU-Politiker Nikolaus Poppitz. Bis vor eineinhalb Jahren galt an dieser Stelle der Koblenzer Straße noch Tempo 60. Trotz mehrfacher Aufforderung durch den Ortsbeirat ist die Ampelschaltung aber bis heute nicht an die veränderte Höchstgeschwindigkeit angepasst worden. Wer auf dieser Strecke 50 fährt, zockelt von Rotlicht zu Rotlicht. „Das ist das genaue Gegenteil einer ökologischen Verkehrspolitik“, so Poppitz. Schließlich sei inzwischen auch in der Stadt Mainz die Erkenntnis angekommen, dass die dauernde Unterbrechung des Verkehrsflusses zusätzliche Schadstoffemissionen nach sich zieht und vor allem massiv zur Feinstaubbelastung der Stadt beiträgt. Wenn sich aber ein Autofahrer auf der Koblenzer Straße mit seinem Tempo dem Takt der Ampeln anpasst, wird er unter der Bahnüberführung abkassiert.

Das ist in vielerlei Hinsicht kontraproduktiv. Es verleitet dazu, kurz vor der Bahnbrücke abzubremsen, um danach umso schneller zu fahren. Der bekannte Unfallschwerpunkt, der für die Tempoabsenkung maßgeblich war, liegt aber 800 m entfernt an der Kreuzung Saarstraße. Genau hier fahren die Autos nun aber schneller, um den Zeitverlust an der Kontrollstelle wieder aufzuholen und der grünen Welle hinterher zu hecheln. An einer unproblematischen Stelle wird jetzt langsam gefahren, am Unfallschwerpunkt umso schneller, meint Poppitz.

Die Auswertung der Tempokontrolle ergibt auch, dass innerhalb des vergangenen Vierteljahres dort pro Kontrolle 35 Autofahrer verwarnt wurden, weil sie das getan haben, was der Verkehrsfluss erfordert: Sie fuhren Tempo 60. Nur 1,8% aller Fahrzeuge waren schneller als 60 km/h, nicht einmal 0,2% schneller als Tempo 70.

Die CDU Gonsenheim fordert deswegen von der Verkehrsdezernentin, dass sie zwischen Gonsbach und Abzweigung Münchfeld die Tempo-60-Schilder wieder aufstellt, weil es offenbar nicht gelingt, auf der Koblenzer Straße eine Grüne Welle bei Tempo 50 einzurichten. Die Kontrollstelle wäre nach Auffassung der CDU besser in der Nähe der Saarstraße aufgehoben, wo sich regelmäßig Auffahrunfälle an der Ampel ereignen.

Nikolaus Poppitz

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